Benefit/z beim Altstadtlauf in Neustadt

Am Neustädter Rathaus war Startpunkt für den Spendenlauf zu Gunsten MS-Kranker. Der traditionelle Altstadtlauf in Neustadt bekam damit eine etwas andere Eigenart: sportlich, miteinander, inklusiv. Angestiftet wurde dies von Martin Schmidt, Schulleiter der Martin-von-Tours-Schule, und praktischerweise auch Organisator des Altstadtlaufes. Foto nn.

Marburg 28.6.2017 (pm/red) Der 14. Neustädter Altstadtlauf war Premiere für die Kombination mit dem Spendenlauf “Gesunde Füße laufen für Kranke Füße“. Eingebettet in den traditionellen Altstadtlauf in Neustadt fand in diesem Jahr ein Sponsorenlauf zu Gunsten von Menschen, die an Multiple Sklerose (MS) erkrankt sind, statt. Die Idee kam von Volker Schmidt, Schulleiter der Martin-von-Tours-Schule und Organisator des vom VFL Neustadt ausgerichteten Altstadtlaufes. Erster Stadtrat Wolfram Ellenberg startete den Lauf in Stellvertretung von Schirmherr Bürgermeister Thomas Groll. 45 Minuten lang ging es für die TeilnehmerInnen dann darum möglichst viele Runden zu laufen.

Denn für jede Runde zahlen im Vorfeld geworbene Sponsoren einen bestimmten Betrag. Dieser geht an Menschen, die an MS erkrankt sind, in Hessen und im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Bis zu 22 Runden, also über 7 km, wurden von kleinen und großen gesunden Füßen mit viel Ehrgeiz und Freude absolviert. Eine Schülerin der Martin-von-Tours-Schule hatte zwei Laufkarten. Sie hatte insgesamt 20 Sponsoren geworben.

Inklusion leben: sportlich und miteinander
13 Runden erreichte eines der 6 teilnehmenden Flüchtlingskinder. Klaus Müller, einer von zwei Rollstuhlfahrern aus der rollend teilnehmenden MS Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf, schaffte immerhin 18 Runden. Begleitet wurden die LäuferInnen von lautstarken Anfeuerungsrufen vieler Zuschauer.

Zum Abschluss erhielten alle LäuferInnen Urkunde, Füßchen als Anstecker und sie griffen gerne in einen großen Korb mit Süßigkeiten. In den Wochen vorher hatten aktive Mitglieder der MS SHG die 15 Klassen 1 bis 6 der Martin-von-Tours Schule und vier Gruppen des Kindergarten Sonnenschein  besucht. Sie informierten über die Erkrankung MS, die auch als Krankheit 1.000 Gesichtern bezeichnet wird. In einer „Fühlstraße“ konnte mit allen Sinnen erlebt werden, wie sich Ausfallerscheinungen der Erkrankung auswirken.

Die Kinder waren unbefangen, aufgeschlossen und zeigten mit ihren klugen Fragen großes Interesse. Einige Kinder der Klassen 5 und 6 haben sich danach spontan mit Handschlag von den Vertretern der Selbsthilfegruppe verabschiedet. Eine (innere) Barriere war gefallen.

„Behindern ist heilbar und Barrieren im Kopf können abgebaut oder verhindert werden. Durch den Spendenlauf kommt einiges Geld zusammen, das dringend benötigt wird. Zugleich gewinnt das WIR, indem viele Menschen dabei sind“, sagt Bernd Gökeler, Gruppenleiter der MS Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf.

Hintergrundinformation
Die Multiple Sklerose Selbsthilfegruppe im Landkreis besteht bereits seit 36 Jahren. MS Betroffene treffen sich mit MS Betroffenen und versuchen ehrenamtlich und spendenfinanziert die Lebenssituation der chronisch Kranken zu verbessern. Geselligkeit gehört genauso dazu wie Fach-Vorträge oder die erfolgreiche Kooperation mit dem Fachbereich Sportwissenschaften der Uni Marburg. Eine Therapiegruppe Motologie wird damit möglich gemacht.

Die MS SHG Marburg-Biedenkopf trifft sich jeden 2. Donnerstag im Monat um 15 Uhr im Bürgerhaus Marburg-Moischt. Jeden letzten Donnerstag findet ein Stammtisch statt, bei dem Angehörige, Interessierte und HelferInnen willkommen sind. Informationen zum Ort und MS online.

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