Cannabis ab März 2017 auf Rezept in der Apotheke erhältlich

Geerntete Hanfblüten zum Trocknen aufgehängt. Bildquelle Wikipedia

Marburg 14.4.2017 (pm/red) Lange ging es hin und her, schließlich hat sich Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe von der CDU durchgesetzt: Seit Beginn des Jahres ist es nun schwerkranken Patienten erlaubt, Cannabis legal auf Rezept zu erhalten. Die Zulassung der Droge als Schmerzmittel ist schon seit längerem im Gespräch, nun scheint endlich ein wichtiger Schritt getan zu sein. Dabei geht es nicht nur um die verschiedenen Autoflowering Samen oder vorgerollte Joints, sondern eine de facto Entlastung von leidenden Menschen.

Es ist schon länger bekannt, dass Cannabis positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Gerade die Informationen über Cannabis und die Forschung in den USA hat in den letzten Jahren einige wichtige Schritte gemacht, die den Weg für diese neue politische Entscheidung geebnet. Schmerzpatienten und Schwerkranke, etwa solche, die an Krebs oder Multipler Sklerose leiden, können von den Wirkungen der Cannabispflanze profitieren. Andere Schmerzmittel können starke Nebenwirkungen mit sich bringen. Cannabis gilt als mild und effektiv.

Hermann Gröhe, der Bundesgesundheitsminster, sagte hierzu, dass er für die Schwerkranken die Kosten ihrer Medizin von den Krankenkassen übernehmen lassen will – der Gesetzesentwurf ging schließlich durch das Bundeskabinett und begünstigt jene Menschen, die keine Alternativtherapie bekommen können. Schwer erkrankte Menschen können theoretisch ab jetzt auf ärztliches Rezept hin in der Apotheke getrocknete Cannabisblüten und Cannabisextrakte in kontrollierter Qualität besorgen.

Auf lange Sicht soll in Deutschland eine Art Cannabis-Agentur ins Leben gerufen werden, die sich um den Anbau und den Vertrieb des Medikaments kümmert. Bis dahin bezieht man die Cannabis-Medikamente noch aus dem Ausland. Bis der staatlich kontrollierte Anbau losgeht, kommt Cannabis etwa aus den Niederlanden.

Allerdings kann nicht jeder einfach Cannabis aus der Apotheke beziehen oder sich vom Arzt verschreiben lassen. Nur wer in ein bestimmtes Krankheitsprofil fällt und keine Therapiealternativen sieht kommt in den “Genuss” der Droge auf Rezept. Auch der Selbstanbau bleibt weiterhin verboten, da Cannabis als medizinisches Produkt ganz bestimmten Qualitätsprüfungen unterstellt ist. Beim Selbstanbau wäre die Gefahr einer schlechten oder unzureichenden Qualität zu hoch.

Insgesamt haben knapp 500 Deutsche eine Sondergenehmigung für Cannabis als Medikament. Die Pflanze hilft bei Appetitlosigkeit, Übelkeit, Muskelschmerzen, Spastiken und anderen Leiden, die ansonsten schwer zu behandeln sind.

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